Abwasserableitung und Regenwasserbehandlung

Jeder Mensch verbraucht pro Tag im Durchschnitt 110 Liter Wasser zum Kochen, Trinken, Waschen, Duschen, Putzen oder für die Toilette. Dadurch wird wertvolles Trinkwasser in Abwasser verwandelt, welches gefasst und einer sicheren Reinigung in Kläranlagen zugeführt muss; mittels Abwasserableitung.

Unser Klima verändert sich; immer häufiger kommt es zu Starkregen und die Klimatologen gehen für die Zukunft davon aus, dass diese zunehmen werden. Es gilt die zunehmende Bodenversiegelung zumindest zu verlangsamen und das Regenwasser möglichst zur Versickerung zubringen bzw. zwischenzuspeichern. Diese Maßnahmen zum Schutz vor Überflutungen, welche jedes Jahr große volkswirtschaftliche Schäden verursachen, ist eine Aufgabe für die jetzige und die zukünftigen Generationen. Dazu ist eine funktionierende Regenwasserbewirtschaftung wichtig.

Weit vor allen bauplanerischen oder technischen Maßnahmen sollten die Kommunen eine umfassende Gefährdungsanalyse vornehmen – um mögliche Schäden einzuschätzen – und ein Risikomanagement für Starkregenereignisse erarbeiten.
Die Unterhaltung des öffentlichen Entwässerungssystems gehört zu den vornehmlichen Aufgaben der Kommunen. Gemeinsam mit der Grundstücksentwässerung leisten sie so einen wesentlichen Grundbeitrag zum Überflutungsschutz.
Angesichts außergewöhnlicher Starkregenereignisse und der daraus resultierenden Schäden wird schnell die Forderung nach der Vergrößerung des Kanalsystems (Ableitungskapazitäten) und nach Rückhalteanlagen laut. Nüchtern betrachtet ist dies weder nachhaltig oder wirtschaftlich ratsam noch – bei besonders heftigem Starkregen – ein nennenswerter Schutzgewinn. Außerdem wäre es nur eine Teillösung, denn die Abflüsse von Dächern und Straßen sind schon überlastet, bevor die Wassermassen den Kanal erreichen. Und größere Kanäle führen lediglich zu einer Verlagerung der Wassermassen – auch der größte Kanal endet irgendwann in einem Gewässer – im schlimmsten Fall werden dann die tieferliegenden Stadtteile oder Orte überflutet.

Unsere Ingenieure stellen sich diesen Aufgaben und entwickeln gemeinsam mit den Bauherren und Betreibern intelligente und zukunftsträchtige Lösungen.
An erster Stelle wird hierbei auf mögliche Entsiegelungsmaßnahmen geachtet, Rückhaltungen vor Ort oder Versickerungsmöglichkeiten.

Unsere Mitarbeiter planen und entwerfen mit modernsten grafischen Informations- und Planungssystemen die Entwässerungssysteme. Mit hydrodynamischen Niederschlag-Abfluss-Modellen werden sowohl mit Einzelregenereignissen als auch im Zusammenhang mit der Langzeitsimulation die optimalsten Berechnungsergebnisse zur Dimensionierung der Kanalsysteme erzielt.

Nach Ausschreibung und Vergabe überwachen unsere Mitarbeiter vor Ort die ordnungsgemäße Umsetzung der Maßnahmen und sichern eine hohe Qualitäts- und Kostenkontrolle. Neben der klassichen sogenannten "offenen Bauweise" befassen wir uns auch intensiv mit der "grabenlose Rohrverlegung" mittels gesteuerten oder ungesteuerten Rohrvortriebverfahren (Vollschnitt/Teilschnitt) und dem Spülbohrverfahren.